Sound Installation
Stefanie Egedys Arbeit knüpft an eine Praxis an, die in vielen antiken Kulturen verankert ist: Klang als Mittel für Heilung, Meditation und veränderte Wahrnehmungszustände. Ihr Instrument ist jedoch weder Klangschale noch Stimme, sondern der Subwoofer. Normalerweise dient er als technisches Gebrauchsgerät zur Unterstützung anderer Lautsprecher, hier kommt er als eigenständiges Instrument zum Einsatz.
Subwoofer erzeugen tiefe Frequenzen zwischen 20 und 150 Hertz. Diese langen Wellen breiten sich durch Raum, Objekte, Gewebe und Knochen aus und werden oft stärker gespürt als gehört. Egedy beschreibt ihre Kompositionen als “Subbass-Massagen”, die den Körper an sensorische Orte führen, die er zuvor noch nicht erfahren hat. Der intensive Druck der Schwingungen erzeugt einen Zustand, den die Künstlerin als Form von Meditation oder als “Trip” beschreibt.
Die Arbeit entfaltet sich in einem ritualisierten Rahmen: Ein schwach beleuchteter Raum mit grossen Kissen lädt dazu ein, sich den klanglichen Kräften der zu Instrumenten gewordenen Subwoofer hinzugeben. Während die Frequenzen das Gewebe und die Knochen durchdringen und erschüttern, entsteht eine gewisse Liminalität: Vorher und Nachher lösen sich auf, während die Hingabe des Körpers an die dröhnenden Klangwellen ein starkes, beinahe tröstendes Gefühl von Präsenz ermöglicht.