Atelier Hauert-Reichmuth mit Volker Böhm
LUMO LED

Jedes der Multiples besteht aus 16 Leuchtkammern, welche einzeln angesteuert werden können. Obwohl und gerade weil die Anzahl der Pixel sehr reduziert ist, lassen sich – in Bewegung gebracht – vielerlei Bildwelten und unglaublich komplexe Vorgänge erzeugen. Zelluläre Automaten werden von chaotischen Systemen unterwandert, aus zufälligen Strukturen wächst ganz unbemerkt eine symmetrische Funktion. Die Lichtbilderzeugung und ihr Ablauf sind nicht festgelegt und wiederholbar, sondern werden von einer eigens dafür entwickelten Software nach bestimmten ästhetischen Regeln immer aufs Neue generiert.

Grundsätzlich entstehen dabei zwei Strukturalitäten: Ordnung und Chaos oder in bildgestalterischen Verfahren ausgedrückt: Ornament und Aleatorik.

Ornament steht hier für ein mit Intention angelegtes Muster, aber auch für die Kunst, Regelmässigkeit mit kleinen Unregelmässigkeiten fürs Auge abwechslungsreich zu gestalten.

Aleatorik stellt das Verfahren dar, mittels Zufallsprinzipien die Anordnung eines Musters der Intention zu entziehen, aber auch da stellt sich eine ähnliche Frage: mit welchen Strukturen lässt sich die Regelmässigkeit der "Unregelmässigkeiten" unterbrechen, der Reizlosigkeit entziehen?

(Text: Sibylle Hauert und Daniel Reichmuth)

Titel: LUMO LED
Jahr: 2009
Format: Software, Elektronik, Installation, Objekt
Material / Technologie: Phenolic resin, acrylic glass, LEDs, circuit board, various electronics, microcontrollers, software
Dauer: 100 + 2 AP
Dimension: 17.3 x 11.3 x 4 cm each
Ankauf: Permanent loan from the Digital Art Collection, Basel (Annette Schindler and Reinhard Storz), 2017. Inv. No's. S0029 and S0030.