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Sonic Imaginations – When We Grow Old

Audio-Walk
19.04.26.05.2024
Ort:
HEK
Sprache:
Deutsch

Wie sieht die Zukunft auf dem Freilagerplatz aus? Das Projekt «Sonic Imaginations – When we Grow Old» präsentiert eine ortsspezifische Lecture Performance von Martin Rumori und Ludwig Zeller als binauralen Audio-Walk auf dem Freilager-Platz in Basel. Ausleihe eines Listening-Kits im HEK zu den regulären Öffnungszeiten vom 20. April bis 26. Mai, um den spekulativen Audio-Walk zu erleben.

Eintritt:
Kostenlos

Die Schweiz wird in den kommenden 50 Jahren einen signifikanten, demographischen Alterungsprozess durchlaufen. Jeder Vierte soll laut Hochrechnungen des Bundesamt für Statistik dann über 65 Jahren sein. Martin Rumori und Ludwig Zeller diskutieren als Forschende des Institut Digitale Kommunikations-Umgebungen der HGK Basel Zukunfts-Szenarien, die sich mit dem demographischen Wandel befassen und als akustische Simulation auf dem Freilager-Platz in Basel verankert sind.

Werden die Menschen im Jahre 2070 dank medizinischer Durchbrüche und technischer Hilfsmittel in weit höherem Alter als heute mobil und aktiv die Gesellschaft der Schweiz mitgestalten? Werden sie nach wie vor einen Teil der arbeitenden Bevölkerung darstellen? Wieviel menschliche Erwerbsarbeit braucht es eigentlich noch, wenn der Einsatz künstlicher Intelligenzen und Maschinen billiger ist, und wer zieht in so einer Wirtschaft dann die Fäden? Wie entwickelt sich die Gesellschaft, wenn «die Jungen» zu wenige sind, um mit neuen Ideen Althergebrachtes zu revolutionieren? Welchen Umgang hat man mit dem Klima gefunden?

Das Publikum wird in sowohl faszinierende als auch herausfordernde Zukünfte eingeladen, die sowohl Kontroversen als auch inspirierende Möglichkeiten bieten. Mit Hilfe vielschichtiger Klanglandschaften und subtilem Humor unterstreicht das Hörspiel die Dynamik der Veränderung und regt zum Nachdenken über unsere Gegenwart und Zukunft an.

Vom 20.04 bis 26.05 kannst Du «When We Grow Old» durch zur Verfügung gestellte Listening-Kits des HEKs miterleben. Diese sind während den normalen Öffnungszeiten im HEK-Foyer auszuborgen. Zusätzlich findet am 19.04 von 12:00 - 15:00 Uhr eine stille Eröffnung statt, bei der Du den Audio-Walk ausprobieren kannst. Am selben Tag (19.04.24) von 17:00-19:30 gibt es dann, zur Feier des Projekts, die offizielle Eröffnung im HEK mit einem Apéro. Auch kannst Du zusätzlich das Projekt im HEK Foyer als Video-Format erleben.

Am Samstag 20.04 von 15:00 - 16:00 findet im Workshop Raum das «Café Thématique» statt, bei dem Du das Projekt weiter untersuchen wirst. Weitere Informationen gibt es hier.

Bitte bring eine ID mit als Kaution für Dein Listening-Kit.

Kontext:

Die Digitalisierung der Medien ermöglicht neuartige Möglichkeiten, räumliche Erfahrungen durch Klang zu erzeugen. Die weite Verbreitung des Kopfhörerhörens mit Smartphones bringt eine Reihe von Technologien aus der Klang- und Musikverarbeitung, der akademischen Forschung und der Spieleindustrie, wie Ambisonics, Binauraltechnik und Head Tracking, nicht nur in private, sondern auch in öffentliche Räume. In dem SNF-Spark-Forschungsprojekt «Sonic Imagination» untersuchten Ludwig Zeller und Martin Rumori die Hypothese, dass virtuelle Klangquellen in medial erweiterten Hörumgebungen in besonderer Weise dafür geeignet sind, Imaginationen in der inneren Wahrnehmung der Menschen auszulösen und zu steuern. Als zentrales Mittel diente das binaurale Hören von imaginären Szenen am Ort der Aufnahme (quasi «in-situ»), da Klang als explizit nicht-visuelles Medium die Entstehung visueller Vorstellungen begünstigen kann. Die Forschenden untersuchten, inwieweit diese medienästhetischen und medientechnologischen Phänomene in der Kunst- und Designforschung angewendet werden können. Im Rahmen des SNF-Agora-Projekts wird nun einem breiteren Publikum demonstriert, wie diese klanglich induzierte Imagination technisch und ästhetisch funktioniert, und somit ein Forum für eine kritische, öffentliche Diskussion der Forschungsergebnisse geschaffen. Zu diesem Zweck präsentieren Martin Rumori und Ludwig Zeller in Zusammenarbeit mit HEK (Haus der elektronischen Künste) auf dem Freilager-Platz in Basel die ortsspezifische Lecture-Performance «When We Grow Old» als einen binauralen Audio-Walk. Für das Projekt wurden auf dem Freilager-Platz Impulsantwortmessungen im Ambisonics-Format erstellt, um spekulative Szenarien als eine auditive Mixed Reality auf den Platz zu übertragen. Martin Rumori und Ludwig Zeller treten hierbei als spekulierende Forscher im Sinne einer Lecture-Performance in Erscheinung und konfrontieren das Publikum mit der affektiven Wirkung, die auditive Atmosphären in Menschen entfalten können.

«When We Grow Old» wurde von SNF Agora finanziert und baut auf den Forschungsergebnissen des SNF-Spark-Forschungsprojekts «Sonic Imagination» auf, das von 2020–2021 unter der Leitung von Ludwig Zeller am Institut Digitale Kommunikations-Umgebungen HGK FHNW durchgeführt wurde. Das Publikum hört – ausgestattet mit Kopfhörer, Kopf-Tracker und einem Smartphone – wie die Forschenden auf dem Freilager-Platz in Basel in einem Dialog zu diesen Fragen unterhalten. Dank akustischer Simulationstechniken, die Ludwig Zeller und Martin Rumori in einem vom SNF geförderten Forschungsprojekt ästhetisch erforschten, werden die spekulativen Überlegungen dabei überaus räumlich und täuschend echt als eine auditiv erweiterte Realität erlebbar.

Die erste Szene stellt das Altern in Frage und setzt sich spielerisch mit den Vorstellungen einer älteren Bevölkerung auseinander, die den Hedonismus des ewigen Jungseins feiert. Medizinische und technologische Fortschritte ermöglichen eine verlängerte Mobilität und Unabhängigkeit im hohen Alter, wobei die traditionellen Rollstühle durch stilvolle motorisierte Exoskelette ersetzt werden. Diese Zukunft ist bunt und vital, geprägt von kultureller Diversität und einem Kaleidoskop der Generationen.

Die zweite Szene erkundet den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Gesundheitsrisiken. In einer Welt erhöhter Hitze und veränderter Fauna bietet sie ein Bild einer Gesellschaft, die sich anpassen musste, um auch in extremen klimatischen Bedingungen weiter zu bestehen. Sie hinterfragt, wie Technologien zur Kühlung und Krankheitsprävention das Leben in dieser neuen Welt prägen und dabei soziale Ungleichheiten noch verschärfen könnten.

Die dritte Szene zeigt ein fiktives Workshop-Szenario, in dem Menschen gehobenen Alters dazu ermutigt werden, ihre Überzeugungen beständig neu zu gestalten. Dazu dienen angeleitete, technisch unterstützte Selbsterfahrungen wie das Nachspielen historischer Reden und das Eintauchen in dokumentierte, existenzielle Ereignisse, die der Lebensrealität der Teilnehmenden fern erscheinen. Die Szene hinterfragt Konzepte von Identität und Überzeugungen, während sie die Unausweichlichkeit und Notwendigkeit des ständigen Wandelns betont.

Die vierte Szene führt die Hörenden in eine Zukunft, in der die Wirtschaft von intelligenten Algorithmen und Maschinen beherrscht wird und die menschliche Arbeit auf ein Minimum reduziert ist. In dieser Welt feiert die Gesellschaft jene wenigen, die sich weiterhin der Arbeit widmen, und genießt den Überfluss, den die Maschinenarbeit ermöglicht hat. Diese Vision stellt die Herausforderungen der Automatisierung und die Bedeutung von Arbeit in Frage und untersucht, wie sich unsere Beziehung zur Arbeit im Zuge technologischer Entwicklungen wandeln könnte.

Insgesamt stellt das Hörspiel eine Untersuchung menschlicher Identität und gesellschaftlicher Strukturen in einer technologisch fortgeschrittenen Zukunft dar. Durch provokative Gedankenexperimente lädt es das Publikum ein, über die Natur des Wandels, die Rolle der Technologie und das Potenzial für menschliche Anpassung und Entwicklung in einer sich ständig verändernden Welt produktiv zu spekulieren.

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